| Wehle
Anton Heimreich über die Deiche:
„ Und wenn dieselben durchbrechen,
so dringet sich das meer mit hauffen hinein, überschwimmet
das gantze land, und kan nicht ehe wieder hinaus getrieben
werden, ehe die risse des teiches, die man wehlen heisset,
wieder sein gestopffet, und das wasser durch sonderliche
dazu gemachte wasserleitungen, schleusen oder siehlen
wiederumb werde außgeführet. "(60*)
Die Wehlen werden durch den Wasserstrudel,
der hinter der Deichbruchstelle entsteht, zu einem so
tiefen Loch ausgewühlt, daß ein solcher Teich
oder See auch nach Jahrhunderten bestehen bleibe, von
angels. wael = Strudel, Wasserwirbel.(61*)
Die Deichbruchstelle selber wurde
früher Braake genannt. Von mittelniederd. braken
= gebrochenes, aufgebrochenes Land und von niederd.
braken = gebrochen. Eine Wehle entsteht nicht unbedingt
nur durch einen Deichbruch, sondern auch durch Überspülung
der Deichkrone kann sich eine Wehle, also eine Auskolkung
des Bodens innendeichs, bilden. Die Wiederherstellung
des Deichs an einer Wehle erfolgte meist durch eine
seeseitige Ausbuchtung des Deichs, wie „hei der
Wehle” am Südermitteldeich noch gut zu sehen
ist. Bis zur Deichverstärkung und -begradigung
gab es auch eine seeseitige Umdeichung einer Wehle am
Süderkoogstief. Der Teich an der Westermühle,
östlich des Abzweigs Parlament, ist ebenfalls eine
Wehle.
Die Wiedererrichtung des
Deichs kann aber auch landseitig durch einen Einlagedeich
erfolgen, dann kann die Wehle allmählich wieder
verlanden.
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