Liliencronweg
Der Weg ist die Verbindungsstraße
durch den Großen Koog zwischen Tilli und Schule,
wo Waldhusen beginnt. Auch der Stichweg zur Neuen Kirche
gehört dazu, ebenso die Wege nach Osten in den
Großen Koog hinein und hinter der Alten-Kirch-Chaussee
nach Westen. Die Straße müßte eigentlich
als Mitteldeich geführt werden, denn sie ist ein
Teilstück eines abgetragenen, alten Deichs, der
im weiteren Verlauf hinter der Feuerwehr geradezu zum
Waldhusentief und von dort zurück nach Süden
(Tüterland?) zum Südermitteldeich führte.(144*)
Der Dichter Detlev von Liliencron
(1844-1909) war vom 1.3.1882 bis zum 29.9.1883 kommissarischer
Hardesvogt (Leiter der Justizverwaltung und der Polizei
sowie Richter) und Strandhauptmann von Pellworm und
den Halligen. Von ihm stammt u. a. das vielzitierte
Gedicht: „Trutz, blanke Hans” (Heut hin
ich über Rungholt gefahren). Er wohnte zeitweise
auf dem seit 1932 sogenannten Liliencronhof (Nr. 28,
links vor dem Abzweig Schulstr.) bei Auguste Muhl, der
Witwe des Deichkommissars und Kammerrats Peter MuhL145
An diesem Weg lagen auch Liliencrons, heute nicht mehr
vorhandenen, dienstlichen Wirkungsstätten. Die
Landvogtei befand sich südwestl. schräg gegenüber
der Feuerwehr und die Landschreiberei (Amtsgericht)
auf einer heute leeren Warft zwischen Meierei und Ostertilli.
Den Weg (oder die Ortsbeschreibung)
nannte man früher „bi de Nie Kark”
oder „Neu Kirchweg”, 1982 wurde er zu Ehren
des Dichters und zur Erinnerung an sein kurz-zeitiges
Wirken auf der Insel in „Liliencronweg”
umbenannt.
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